Kreuzbund: Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige. www.kreuzbund-bamberg.de
Das Suchtproblem in Deutschland (Bild: Silhouette eines Mannes, der auf einen See blickt)

Das Suchtproblem in Deutschland

Suchtmittelmissbrauch verursacht enorme Schäden, auf der einen Seite für die einzelnen Abhängigen in ihren sozialen Systemen, auf der anderen Seite für die Gesellschaft und die involvierten Sozialleistungsträger.

In Deutschland leben:

  • 17 Millionen Raucher/-innen, 35 Prozent von ihnen konsumieren mehr als 20 Zigaretten am Tag; das durchschnittliche Einstiegsalter ist inzwischen auf 13,6 Jahre gesunken
  • 10,4 Millionen Menschen, die Alkohol riskant konsumieren, davon sind 1,6 Millionen abhängig.
  • 415.000 Abhängige illegaler Drogen, davon konsumieren 240.000 Menschen Cannabis; im Jahr 2006 verstarben 1.296 Menschen infolge ihres Rauschgiftkonsums, das ist der niedrigste Stand seit 1989.
  • 1,4 Millionen Medikamentenabhängige, davon sind zwei Drittel Frauen
  • 180.000 beratungs- und behandlungsbedürftige Spieler/innen

 

Sucht betrifft die ganze Familie und das gesamte soziale Umfeld:

  • 5 bis 7 Millionen Angehörige sind durch die Alkoholabhängigkeit eines Familienmitglieds betroffen.
  • 2 bis 3 Millionen Kinder leben in suchtbelasteten Familien, 50 bis 70 Prozent der Kinder suchtkranker Eltern werden selbst abhängig.
  • Im Jahr 2006 wurden 20.700 Alkoholunfälle mit Personenschaden registriert. Dabei kamen 600 Menschen ums Leben, das sind 11,8 Prozent aller im Straßenverkehr getöteten Verkehrsteilnehmer. Die Unfallursache Alkohol tritt am häufigsten in der Altersgruppe von 21 bis 24 Jahren auf.
  • Ungefähr 25 bis 30 Prozent aller Arbeitsunfälle sind alkoholbedingt. Im betrieblichen Bereich rechnet man mit 5 bis 10 Prozent Mitarbeitern, die alkoholabhängig sind.
  • Mindestens 5,5 Prozent aller Krankenhausbehandlungen sind auf den Konsum von Alkohol allein oder auf den gemeinsamen Konsum von Alkohol und Tabak zurückzuführen.
  • Jährlich gibt es rund 74.000 Todesfälle durch Alkoholkonsum allein oder durch den Konsum von Alkohol und Tabak. In der Altersgruppe von 35 bis 64 liegt der Anteil der alkoholbedingten Todesfälle bei Männern bei 25 Prozent, bei Frauen sind es 13 Prozent.
  • In Deutschland ist jährlich mit 110.000 bis 140.000 tabakbedingten Todesfällen zu rechnen. Das entspricht 22 Prozent aller Todesfälle bei Männern und 5 Prozent aller Todesfälle bei Frauen.
  • Jedes 250. Kind (2.200 Kinder pro Jahr) wird mit Schädigungen aufgrund des Alkoholkonsums der Mutter während der Schwangerschaft geboren (Alkoholembryopathie)
  • Die Kosten alhoholbezogener Krankheiten werden pro Jahr auf über 20 Milliarden Euro geschätzt.
  • Die Kosten durch tabakbedingte Krankheiten und Todesfälle belaufen sich auf über 17 Milliarden Euro, das sind 200 Euro pro Einwohner oder 800 Euro pro Raucher/-in.

 

Leistungen des Suchthilfesystems:

  • Es gibt ca. 7.500 Selbsthilfegruppen im Suchtbereich, die jährlich von 120.000 Menschen besucht werden.
  • Im Jahr 2006 registrierte die Deutsche Rentenversicherung knapp 50.000 abgeschlossene ambulante und stationäre Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker.
  • Es gibt rund 930 ambulante Beratungs- und Behandlungsstellen für Suchtkranke und ihre Angehörigen.
  • Es gibt ca. 9.500 stationäre Therapieplätze für Abhängige von Alkohol und Medikamenten und 5.200 Therapieplätze für Abhängige illegaler Drogen.
  • In den stationären Suchthilfeeinrichtungen sind 76 Prozent der Patienten männlich. Die männlichen Alkoholpatienten sind im Schnitt 44 Jahre alt, der Altersdurchschnitt der Männer mit opiatbezogener Hauptdiagnose liegt bei 30 Jahren.
  • Etwa 58 Prozent der ambulant und 84 Prozent der stationär Behandelten weisen Abhängigkeit oder schädlichen Gebrauch von Alkohol als Hauptdiagnose auf.
  • Bei Alkoholpatienten dauert die stationäre Behandlung im Schnitt 12,2 Wochen, bei Opiatpatienten 13,4 Wochen.
  • Bei planmäßiger Beendigung wurden im ambulanten Bereich 52 Prozent der Alkohol- und 29 Prozent der Opiatpatienten als erfolgreich eingestuft, im stationären Bereich waren es 74 Prozent bzw. 57 Prozent.

Alle Zahlen stammen aus dem „Jahrbuch Sucht 2008“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS).